Mittels einer Umfrage von Mitte Mai wurde der Frage nachgegangen, welche Spiel-Auflösungen die Besitzer von HighEnd- und Enthusiasten-Grafikkarten (ab Niveau GeForce GTX 980 Ti oder Radeon R9 Fury X) wirklich nutzen. Hierbei gab es teilweise überraschende Ergebnisse, denn obwohl jene Grafikkarten inzwischen schon primär nach ihrer Performance unter der UltraHD-Auflösung beurteilt werden, nutzen immerhin noch 26,9% der Anwender selbige unter reinem FullHD – und ohne Downsampling. Zusammen mit der WQHD-Auflösung auf (nahezu gleichen) 25,8% sind dies grob die Hälfte der Umfrage-Teilnehmer, welche ihre HighEnd- und Enthusiasten-Grafikkarten weiterhin noch ziemlich konventionell nutzen – teilweise sicherlich, weil einfach noch kein passender Monitor für höhere Auflösungen vorhanden ist, teilweise sicherlich auch aus Performance-Erwägungen heraus.
Wir legen hiermit nach längerer Zeit mal wieder eine neue eigenerstellte Grafikchip-Roadmap auf, welche das bisherige Portfolio von AMD und nVidia sowie deren jeweiligen Zukunftsaussichten für die nächste Zeit beleuchten soll. Die Abbildung des Ist-Zustands sowie der jüngeren und mittleren Vergangenheit hilft dabei regelmäßig, das kommende besser einzuordnen bzw. die grundsätzlichen Strategien der Grafikchip-Entwickler zu verstehen. Alle Angaben zu den kommenden Grafikchips von AMD (Vega) und nVidia (Volta) sind aber natürlich rein spekulativ und werden nur in seltenen Fällen bereits über bekanntes oder gar bestätigtes Wissen gestützt.
Zur Wochenmitte haben zwei neue Einsteiger-Grafikkarten den Markt erreicht: AMDs eigentlich schon Ende April vorgestellte Radeon RX 560 wird nun langsam besser verfügbar, während nVidias GeForce GT 1030 wie geplant am 17. Mai in den Markt gekommen und derzeit schon ganz gut verfügbar ist. Zu letzterer Karte können somit auch die offiziellen Taktraten von 1227/1468/3000 MHz sowie der offizielle Listenpreis von 79 Dollar nachgereicht werden, zudem enthält nachfolgende Übersichtsliste für beide Karten dann auch erstmals Angaben zur minimalen und maximalen Kartenlänge. Alle Karten dieses Preissegments sind ausschließlich als Herstellerdesigns erhältlich, oftmals auch (leicht) übertaktet und vor allem in allen möglichen Konfigurationen bezüglich der Bauform und Monitoranschlüsse. Wer hier etwas spezielles sucht, wird mit der kommenden Zunahme der Angebotsbreite sicherlich fündig werden, solcherart Karten werden von den meisten Hersteller typischerweise in gleich 3-5 verschiedenen Varianten aufgelegt.
Mit einiger Zeit Abstand zu unserem letzten Grafikkarten-Marktüberblick vom Januar 2017 sowie den zwischenzeitlichen Neuvorstellungen einiger Grafikkarten von AMD und nVidia lohnt ein erneuter Blick auf den aktuellen Grafikkarten-Markt, respektive die Neuerstellung eines entsprechenden Marktüberblick-Artikels. Jener kommt in der Mitte der Vorstellung des Polaris-Refreshs und der Vega-Serie heraus, mittels welcher AMD dann endlich einmal auch die höherpreisigen Gefilde mit neuen Grafikkarten besetzen will. Für den Augenblick gibt es diesbezüglich nur Bewegungen seitens nVidia, welche zwei neue Enthusiasten-Modelle vorgestellt und demzufolge die Preise der HighEnd-Modelle angepasst haben. Mit dem neuen Grafikkarten-Marktüberblick wird (wie üblich) versucht, Ordnung in die bestehende Angebotvielfalt hineinzubringen: Spezifikationen, Stromverbrauch, Performance-Bewertung sowie aktueller Preispunkt sollen notiert, ausgewertet und bewertet werden ... zum Artikel.
Nachdem nVidia mit dem GV100 den ersten Grafikchip der Volta-Generation offenbart hat, stellt sich natürlich die Frage, wie es abseits dieses reinen HPC-Chips weitergeht mit den (viel interessanteren) Gamer-Chips der Volta-Generation. Hierzu hat nVidia faktisch gar nichts gesagt, womit man derzeit fast nur spekulieren kann. Bekannt sind gerüchteweise die weiteren Volta-Chips GV102 & GV104 sowie die sich aus der GDDR6-Ankündigung ergebende Vermutung einer nVidia-Grafikkarte mit 384 Bit GDDR6-Speicherinterface zum Jahresanfang bis Frühling 2018. Zudem kann man natürlich mit den bekannten Daten der 12nm-Fertigung von TSMC arbeiten bzw. dem, was nVidia beim GV100-Chip hieraus gemacht hat – immer vorausgesetzt, die anderen Volta-Chips kommen wirklich im selben Fertigungsverfahren wie der GV100 daher.
Auf seiner Hausmesse "GPU Technology Conference" (GTC 2017) hat nVidia den ersten Grafikchip der Volta-Generation in Form des GV100-Chips für HPC-Aufgaben vorgestellt, welcher ab dem dritten Quartal verfügbar sein soll. Dabei überrascht der Volta-Chip zuerst durch seinen produktionstechnischen Ansatz: Nicht in der 10nm-Fertigung, sondern in der 12nm-Fertigung kommt der GV100-Chip daher. Daß dies kein gewaltiger Unterschied zur 16nm-Fertigung des Vorgänger-Chips GP100 ist, sieht man an der auf satte 815mm² explodierten Chipfläche, in welche nVidia allerdings nur (nominell) 40% mehr Ausführungseinheiten packen konnte. Hierbei geht nVidia ganz deutlich in Grenzbereiche der Chipfertigung – denn bisher ging man davon aus, das die Maximalgröße für (bei TSMC herstellbare) Grafikchips bei knapp 700mm² Chipfläche liegt. Ganz augenscheinlich ist die nachfolgende 10nm-Fertigung noch nicht in der Lage, für große Grafikchips Verwendung zu finden – wobei abzuwarten bleibt, was dies für die nachfolgenden Gaming-Grafikchips der Volta-Generation bedeutet (bisher bekannt sind GV102 & GV104).
Die spanische Webseite El Chapuzas Informático (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) zeigt Bilder und bringt die Daten der "KFA2 GeForce GT 1030 EXOC White", einer ersten Grafikkarte auf Basis des LowCost-Chips der Pascal-Generation, dem GP108-Chip. Hieraus lassen sich dann auch die bislang noch fehlenden Daten zum GP108-Chip rekonstrieren, dessen (höchstwahrscheinlich) größte Ausführung in Form des GP108-300 bei der GeForce GT 1030 Verwendung findet. So gibt es wiederum im LowCost-Segment bei nVidia nur 384 Shader-Einheiten an einem 64 Bit Speicherinterface – nominell natürlich nach (sehr) wenig aussehend, aber insbesondere bei der Pascal-Generation sicherlich immer auch ein wenig durch die hohen Taktraten ausgeglichen.
Ein bißchen untergegangen im Release-Feuerwerk der letzten Wochen sind die Benchmark-Artikel von Babel Tech Reviews, dem TechSpot und von GameGPU (maschinelle Übersetzung ins Deutsche) zum Action-RPG "Mass Effect: Andromeda". Das Spiel kommt im Gegensatz zu den Vorgängern dieser Spiele-Serie auf Basis der Frostbite 3 Engine daher, benutzt allerdings "nur" DirectX 11 und nicht das mit dieser Engine ebenfalls mögliche DirectX 12. Getestet wurde durchgehend das "Ultra"-Grafikpreset des Spiels – was noch nicht ganz die maximale Bildqualität ergibt, jene kostet laut den Ausführungen der ComputerBase nochmals rund 15% an Performance. Die nachfolgende Auswertung fasst wie üblich die vorhandenen Benchmarkwerte mittels einfacher Mittelwertsbildung zusammen, fehlende Benchmark-Ergebnisse wurden dabei aus anderen vorhandenen Daten interpoliert:
Mittels einer Umfrage von Ende März konnte über den Ersteindruck zur GeForce GTX 1080 Ti abgestimmt werden, der derzeit schnellsten (für den Consumer-Bereich gedachten) SingleChip-Grafikkarte. Und obwohl jene Karte aufgrund dieser Ausgangslage logischerweise preislich ziemlich hoch angesetzt ist, gab es dennoch mit 61,9% positivem Ersteindruck ein sehr gutes Umfrageergebnis für die GeForce GTX 1080 Ti – weitaus besser als seinerzeit bei der GeForce GTX 1080 (45,9% positiv) oder der Titan X (Pascal) (nur 19,6% positiv). Auch das potentielle Kaufinteresse ist mit 16,5% aller Umfrageteilnehmer überraschend hoch für eine Grafikkarte mit 800-Euro-Preisschild.
Bei Babel Tech Reviews hat man sich eingehend mit der SLI-Performance der GeForce GTX 1080 Ti beschäftigt – und liefert damit gleichzeitig auch gute Daten zum Stand von SLI unter aktuellen Spielen. Von den immerhin 24 getesteten Spielen (Fallout 4 lassen wir aufgrund der Schwierigkeiten der Engine oberhalb von 60 fps mal außen vor) skalierten unter FullHD und WQHD glatt nur die Hälfte überhaupt mit SLI – kein gutes Ergebnis. Nur unter der UltraHD-Auflösung kommen dann noch GTA V sowie Far Cry Primal hinzu – 14 von 24 Spiele-Titel mit Performance-Gewinn sind aber auch dort nicht berauschend, sondern eher denn als ein Argument gegen SLI zu werten. Zugunsten der GeForce GTX 1080 Ti sind wir bei nachfolgender Benchmark-Auswertung immer dann, wenn SLI langsamer war (was unter den nicht skalierenden Spielen durchgehend passiert), von den Benchmarks der einzelnen Grafikkarte ausgegangen – setzen also voraus, daß der Nutzer in diesem Fällen SLI manuell für das jeweilige Spiel deaktiviert.