Twitterer 'Greymon55' hat neben der Ankündigung der Radeon RX 6500 (non-XT) auch noch einige Aussagen von sich gegeben, welche sich vornehmlich auf den kommenden "Radeon RX 6x50 Refresh" beziehen und AMDs Grafikkarten-Planungen besser überblickbarer machen. Ausgangspunkt ist hierbei der Tweet zur Radeon RX 6500, welcher allerdings auch eine markante Termin-Aussage zu eben diesem Radeon RX 6x50 Refresh mit sich führt: Diese Refresh-Serie soll (angeblich) im Juni/Juli 2022 erscheinen. Mit nachfolgenden Tweets wird dies dann weiter ausgeführt: So soll jene Refresh-Generation noch nicht auf der 6nm-Fertigung basieren und nur die Grafik-Chips Navi 21 & 22 betreffen. Sprich, für Radeon RX 6700 XT bis Radeon RX 6900 XT wird es Refreshes geben, für das darunterliegende Produkt-Portfolio hingegen nicht.
RX 6X50XT is probably in June-July
Quelle: Greymon55 @ Twitter am 2. Februar 2022
Navi3 will come in early Q4, 6X50XT is not 6nm refresh.
Quelle: Greymon55 @ Twitter am 2. Februar 2022
No, the 6X50XT series only has the N21 and N22.
Quelle: Greymon55 @ Twitter am 2. Februar 2022
Passend zur aktuellen Radeon RX 6500 XT – deren Umfrage dieser Meldung direkt nachfolgen wird – soll hiermit die Auswertung der Ersteindrucks-Umfrage zur Radeon RX 6600 vom letzten Oktober nachgeholt werden. Seinerzeit wurde noch explizit unter Negierung des Straßenpreises gefragt – trotzdem landete die neue AMD-Karte auf der deutlich tiefsten Wertung innerhalb der Radeon RX 6000 Serie, nochmals schlechter als die vorhergehende Radeon RX 6600 XT. Dies drückt sich insbesondere im potentiellen Kaufinteresse aus, welches mit nur 4,2% auf dem Niveau von überteuerten Enthusiasten-Lösungen liegt – keineswegs eine Zahl, wo eine Grafikkarte des Massenmarktes landen sollte.
Mit der Radeon RX 6500 XT bringt AMD den kleinsten Grafikchip der aktuellen Ampere/RDNA2-Generation auf den Desktop-Markt: Navi 24 mit mickrigen 107mm² Chipfläche. Die darauf basierende Desktop-Grafikkarte kann somit nur ins Einsteiger-Segment gehen, ist keineswegs für Performance-Rekorde gedacht – sondern allein, um möglichst günstig ihre Leistung zu erbringen. Dies könnte in heutiger Zeit mit den nach wie vor übertriebenen Grafikkarten-Straßenpreisen ein durchaus nutzvolles Produkt sein – wenn zwei Punkte stimmen: Die Abspeckungen an Performance & Features dürfen nicht zu drastisch ausfallen, gleichzeitig darf der Preispunkt insbesondere im Einzelhandel das Einsteiger-Niveau nicht verlassen. Ob AMD dies mit der Radeon RX 6500 XT gelungen ist, soll anhand der Auswertung der Launchreviews zur Karte nachfolgend geklärt werden ... zum Artikel.
Gen. & Speicher | FHD-Index | Real-Verbr. | Listenpreis | Straßenpreis | |
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Radeon RX 6600 XT | RDNA2, 8GB | 1260% | 159W | $379 / 380€ | 600-700 Euro |
GeForce RTX 3060 | Ampere, 12GB | 1130% | 172W | $329 / 329€ | 650-750 Euro |
Radeon RX 6600 | RDNA2, 8GB | 1100% | 131W | $329 / 339€ | 510-600 Euro |
GeForce RTX 3050 | Ampere, 8GB | ? | ? | $249 / 279€ | 27. Jan. 2022 |
GeForce GTX 1660 | Turing, 6GB | 690% | 115W | $219 / 225€ | 440-530 Euro |
Radeon RX 6500 XT | RDNA2, 4GB | 590% | ~100W | $199 / 209€ | 300-400 Euro |
GeForce GTX 1650 GDDR6 | Turing, 4GB | 480% | ~73W | $149 / 149€ | 250-300 Euro |
Mit der Radeon RX 6500 XT bringt AMD eine echte Einsteiger-Lösung auf Basis des sehr kleinen Navi-24-Chips daher, und rundet damit das RDNA2-Portfolio nach unten hin ab. Leider sind die Einschränkungen mit 64-Bit-Speicherinterface, nur 16 MB Infinity Cache, nur 4 GB Grafikkartenspeicher, nur 4 Lanes für PCI Express sowie Verlust einiger Encoding/Decoding-Fähigkeiten ziemlich stark, Beliebheitswettbewerbe wird die Karte nicht gewinnen. Ob AMD durch die dafür wirklich kleine Chipfläche von nur 107mm² über eine tatsächlich verbesserte Lieferfähigkeit (ausnahmsweise) mal den Listenpreis halten kann, muß sich zudem noch in der Praxis erweisen. Derzeit haben sich die Hardware-Tester erst einmal mit der Performance-Einordnung sowie der Frage beschäftigt, wo die technischen Einschränkungen der Karte dann tatsächlich drücken – mit sehr unterschiedlichen Wertungen hierzu. Dies ist auch primäres Thema der Diskussion zum Launch in unserem Forum, während eine dem Launch folgende Launch-Analyse die aufgestellten Performance-Ergebnisse wie üblich zusammenfassen wird.
Chip | Hardware | Speicher | Listenpreis | Release | |
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Radeon RX 6900 XT | Navi 21 XTX | 80 CU @ 256 Bit, 128 MB IF$ | 16 GB GDDR6 | $999 / 999€ | 8. Dezember 2020 |
Radeon RX 6800 XT | Navi 21 XT | 72 CU @ 256 Bit, 128 MB IF$ | 16 GB GDDR6 | $649 / 649€ | 18. November 2020 |
Radeon RX 6800 | Navi 21 XL | 60 CU @ 256 Bit, 128 MB IF$ | 16 GB GDDR6 | $579 / 579€ | 18. November 2020 |
Radeon RX 6700 XT | Navi 22 | 40 CU @ 192 Bit, 96 MB IF$ | 12 GB GDDR6 | $479 / 479€ | 18. März 2021 |
Radeon RX 6600 XT | Navi 23 | 32 CU @ 128 Bit, 32 MB IF$ | 8 GB GDDR6 | $379 / 380€ | 11. August 2021 |
Radeon RX 6600 | Navi 23 | 28 CU @ 128 Bit, 32 MB IF$ | 8 GB GDDR6 | $329 / 339€ | 13. Oktober 2021 |
Radeon RX 6500 XT | Navi 24 XT | 16 CU @ 64 Bit, 16 MB IF$ | 4 GB GDDR6 | $199 / 209€ | 19. Januar 2022 |
Von ComputerBase, GameGPU und PC Games Hardware kommen Benchmark-Artikel zur Grafikkarten-Performance unter der PC-Version von "God of War". Das ehemalige PlayStation-Exklusivspiel erschien auf der PS4 bereits im Jahr 2018 als vierter Hauptteil sowie gewisser Reboot der "God of War" Spiele-Serie, wurde aber erst jetzt als erster GoW-Titel für den PC umgesetzt. Die PC-Umsetzung wird allgemein sowohl vom spielerischen als auch vom technischen Teil her hoch gelobt, wenngleich die Grafikqualität aufgrund des Zeitverzugs nicht mehr allerobersten Güte darstellt. Dafür läuft das Spiel auf aktueller Hardware mit zumeist hohen Frameraten und kommt auch mit mittelprächtiger VRAM-Bestückung zurecht: 6 GB sind wohl ausreichend, 8 GB sorgenfrei. Die Speicherauslastung liegt unter FullHD oftmals sogar nur bei knapp 5 GB, wird jedoch nicht zwingend benötigt – womit sogar 4-GB-Karten noch mitkommen sollten.
God of War (PC) — FullHD/1080p @ max. Details (no RT, no DLSS, no FSR) | ||||||
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1080p | Pascal | Polaris+Vega | Turing | RDNA1 | Ampere | RDNA2 |
≥80 fps | 2080Ti → 93 | 3090 → 126 3080Ti → 123 3080-12G → 118 3080-10G → 114 3070Ti → 93 3070 → 88 |
6900XT → 114 6800XT → 107 6800 → 91 |
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70-79 fps | 2080S → 72 | 3060Ti → 76 | 6700XT → 74 | |||
60-69 fps | 1080Ti → 66 | 2080 → 69 2070S → 65 |
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50-59 fps | 1080 → 51 | R7 → 59 | 2070 → 56 2060S → 54 2060-12G → 50 |
5700XT → 58 5700 → 52 |
3060 → 56 | 6600XT → 56 6600 → 50 |
40-49 fps | 1070Ti → 47 1070 → 42 |
Vega64 → 48 Vega56 → 43 |
2060-6G → 47 1660Ti → 40 |
5600XT-14 → 48 5600XT-12 → 46 |
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30-39 fps | 590 → 34 580-8G → 30 |
1660S → 39 1660 → 35 |
5500XT-8G → 35 5500XT-4G → 31 |
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≦29 fps | 1060-6G → 29 | 480-8G → 29 | 1650S → 29 | |||
Durchschnitt der Benchmarks von ComputerBase, GameGPU & PC Games Hardware, fehlende Werte interpoliert (±1-2 fps) |
Die Umfrage der vergangenen Woche erging zur Frage, welche PC-Hardware im Jahr 2022 am meisten erwartet wird, folgend dem entsprechenden Artikel mit der Hardware-Vorschau für das Jahr 2022. Dabei haben sich vier klare Favoriten der Umfrageteilnehmer herausgeschält, auf welche sich ca. drei Viertel aller abgegebenen Stimmen konzentrierten. Nicht unerwarteterweise befinden sich darunter die drei 5nm-Projekte des Jahres 2022 – zuzüglich Intels Arc-Grafikkarten, sprich allesamt wirklich "neue" Ansätze. Etwas vor den anderen plaziert, gingen dabei AMDs Radeon RX 7000 Serie (RDNA3) sowie AMDs Ryzen 7000 Serie (Zen 4) auf nur geringer Differenz als erste durchs Ziel. AMD hat natürlich bei dieserart umfassenden Umfrage den Standort-Vorteil, derzeit das klar breiteste Produkt-Programm aufzuweisen. Nichtsdestotrotz benötigt es starke Vorgänger-Produkte und einen guten Vertrauens-Vorschuß, um gleich beide Spitzenplätze zu belegen.
Die "PCI Special Interest Group" (PCI-SIG) vermeldet die Finalisierung der Spezifikation 1.0 für PCI Express 6.0. Mittels PAM4-Signalisierung (4 anstatt 2 Zustände pro Datenübertragung, wie bei GDDR6X-Speicher) verdoppelt sich die Bandbreite gegenüber PCI Express 5.0 erneut. Somit erreicht PCI Express 6.0 mit 16 Lanes eine offizielle Bandbreite von 128 GB/sec pro Richtung – real sind es 120,5 Milliarden Bytes/sec, sprich eigentlich "nur" 112 GB/sec. Wie üblich bei PCI Express bedeutet "Spezifizierung" nicht gleich Markteinsatz: Die finale Spezifikation zu PCI Express 4.0 wurde im Juni 2017 erstellt, die erste breite Anwendung im Consumer-Segment erfolgte allerdings erst im Juli 2019 mittels Zen 2 und RDNA1 (der Vega-20-Chip der Radeon VII konnte schon vorher PCI Express 4.0, dies blieb jedoch professionellen Lösungen vorbehalten).
x1 | x4 | x8 | x16 | Spezifizierung | Consumer-Produkte | |
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PCI Express 1.x | ¼ GB/sec | 1 GB/sec | 2 GB/sec | 4 GB/sec | 2003 | ? |
PCI Express 2.x | ½ GB/sec | 2 GB/sec | 4 GB/sec | 8 GB/sec | Januar 2007 | Oktober 2007 (X38) |
PCI Express 3.x | 1 GB/sec | 4 GB/sec | 8 GB/sec | 16 GB/sec | November 2010 | April 2012 (Ivy Bridge) |
PCI Express 4.0 | 2 GB/sec | 8 GB/sec | 16 GB/sec | 32 GB/sec | Juni 2017 | Juli 2019 (Zen 2 & RDNA1) |
PCI Express 5.0 | 4 GB/sec | 16 GB/sec | 32 GB/sec | 64 GB/sec | Mai 2019 | November 2021 (Alder Lake) |
PCI Express 6.0 | 8 GB/sec | 32 GB/sec | 64 GB/sec | 128 GB/sec | Januar 2022 | kaum vor 2024 |
Bandbreiten angegeben als offizielle, nominelle Bandbreite (pro Richtung) |
Das vergangene Hardware-Jahr 2021 war sicherlich wenig erbaulich: Abgesehen von anfangs hochziehenden und nachfolgend dauerhaft übertriebenen Grafikkarten-Preisen gab es bis auf Intels Alder-Lake-Generation keine wirklich herausragende Technologie-Neuvorstellung. Zudem ließ die allgemeine Chip-Krise die Liefer- und Launch-Pläne der großen drei Chip-Entwickler für das PC-Segment erkalten, womit immerhin 5 der 17 für letztes Jahr angedachten Hardware-Launches nicht realisiert wurden und damit dieses Jahr nachgeholt werden müssen. Nach der kürzlichen CES, welche noch die eine oder andere Termin-Klarstellung für die kurzfristigen Projekte gebracht hat, ist es damit Zeit für einen kurzen Überblick über die Neuvorstellungs-Pläne von AMD, Intel & nVidia für das neue Jahr 2022 ... zum Artikel.
AMD | Intel | nVidia | |
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Q3/2022 | Ryzen 6000G Desktop-Prozessoren bis 8C (6nm) |
Sapphire Rapids-X HEDT-Prozessoren bis 56-64C (7nm) Raptor Lake Desktop/Mobile-Prozessoren bis 24C (7nm) |
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Q4/2022 | RDNA3 NextGen Desktop-Grafikkarten (5/6nm) Zen 4 "Raphael" NextGen Desktop-Prozessoren bis 16-24C (5nm) |
Lovelace NextGen Desktop-Grafikkarten (5nm) |
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Anmerkung: Angaben zu noch nicht vorgestellter Hardware basieren auf Gerüchten & Annahmen |
AMD hat mit seinem CES-Event selbige IT-Messe mit einer wahren Ankündigungs-Show eingeläutet. Hauptsächliches Thema war dabei die Vorstellung neuer Mobile-Prozessoren in Form der "Ryzen 6000 U/H" Serien auf Basis der neuen "Rembrandt"-APU. Jene bietet (wie bekannt) einen nur minimal veränderten CPU-Unterbau, welcher offiziell unter "Zen 3+" läuft – wobei dies eigentlich nur wegen der Differenzen im I/O-Part so ist, der nunmehr den Speicher-Support bis zu DDR5/4800 und LPDDR5/6400 bietet. Die eigentliche Änderung liegt außerdem des CPU-Parts im Grafik-Part, wo AMD nunmehr die RDNA2-Architektur mit bis zu 12 Shader-Clustern (max. 768 FP32-Einheiten) nutzt – welche laut AMD-Angabe grob doppelt so schnell wie die Vorgänger-Generation laufen und dabei auch eine GeForce MX450 (problemlos) schlagen können soll. Gegenüber dem APU-Vorgänger "Cezanne" gibt es zudem PCI Express 4.0, USB 4.0 sowie die 6nm-Fertigung, welche für etwas höhere Boost-Taktraten steht.
Überzogene Straßenpreise für Desktop-Grafikkarten begleiten uns seit über einem Jahr – und sind nunmehr womöglich sogar dabei, den Gaming-Markt nachhaltig zu stören. Eine schnelle Auflösung der Situation erscheint unwahrscheinlich, und selbst das Risiko einer Fortsetzung dieser Situation mit den kommenden 5nm-Grafikkarten über das Jahr 2022 hinweg muß inzwischen ins Auge gefasst werden. Mittels dieses Artikels sollen zwei Maßnahmen zugunsten auf ein Normalmaß zurückgehender Grafikkarten-Preise skizziert werden, welche (anzunehmenderweise) eine größere Chance auf die tatsächliche Auflösung dieser verfahrenen Situation haben.
Dabei geht es nicht nur um das Wohl der Gamer, zu vernünftigen Preisen Gaming-Grafikkarten kaufen zu können. Die Implikation der dauerhaften Preisübertreibungen betrifft letztlich die ganze Industrie rund um das PC-Gaming: Denn zu den derzeit aufgerufenen Grafikkarten-Preisen reduziert sich schlicht das Interesse an diesem Hobby oder sucht sich andere Wege. Ob dies im Rückzug aus dem PC-Gaming oder dem Wechsel auf Spielekonsolen besteht, spielt keine Rolle. Letztlich wird hiermit das PC-Gaming als ganzes unterminiert – und damit auch die Spiele-Entwicklung sowie -Weiterentwicklung hierfür. Für diese wesentlich größere Industrie ist der PC derzeit immer noch eine führende Plattform – was sich jedoch ändern könnte, wenn sich die hohen Grafikkarten-Preise etablieren und nachfolgend immer mehr Nutzer von dieser Plattform abwenden. Auch andere Hardware-Hersteller dürften zudem den Effekt spüren, wenn die PC-Gamer als üblicher Vorantreiber ausfallen ... zum Artikel.