Speicher

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GDDR5X: Nicht mit höheren Taktraten, sondern mit QDR-Datenübertragung

Unsere bisherige Berichterstattung zum GDDR5X-Speicher in Konkurrenz zum HBM-Speicher hat (leider) noch einen Fehler aufzuweisen. Wie bekannt, steigt bei GDDR5X als hauptsächliche Änderung zum regulären GDDR5 der sogenannte Prefetch von 8 auf 16 – was bedeutet, das pro Takt der reinen Speicherzellen entsprechend viele Datenpakete über das Interface nach außen übertragen werden. Dabei gibt es zwei grundsätzlich Wege, diese leistungsfähigere Datenübertragung nach außen zu realisieren: Höhere Taktraten oder aber Datenprotokolle, welche mehr Daten pro Takt übertragen. Üblich ist an dieser Stelle das Double Data Rate (DDR) Protokoll, welches schon dem Namen nach zwei Datenpakete pro Takt überträgt.

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GDDR5X-Speicher ist nunmehr offiziell spezifiziert

Das Speicherstandardisierungs-Gremium JEDEC vermeldet nunmehr auch die offizielle Standardisierung von GDDR5X, dem direkten Nachfolger von GDDR5. Wie auch bei der kürzlichen Meldung zu HBM2 handelt es sich hierbei nur um eine offizielle Meldung, die entsprechende Spezifikation befindet sich schon seit November 2015 auf den Webseiten der JEDEC. Aber natürlich ist eine solche offizielle Bekanntmachung auch immer eine gute Gelegenheit, auf diesen neuen Speicherstandard für Grafikkarten einzugehen, welcher teilweise durchaus mit HBM2 konkurrieren kann. Springender Punkt von GDDR5X sind die durch einen verdoppelten Prefetch (der Takt der reinen Speicherzellen bleibt gleich, während der Takt des Interfaces innerhalb des Speicherchips verdoppelt wird) höheren nominellen Interface-Taktraten, was im Idealfall einer verdoppelten Bandbreite entspricht.

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HBM2-Speicher ist nunmehr offiziell spezifiziert

Das Speicherstandardisierungs-Gremium JEDEC vermeldet die offizielle Standardisierung einer neuen Ausbaustufe des HBM-Standards – sprich, daß, was bisher unter "HBM2" bekannt ist, wurde nunmehr offiziell standardisiert. Konkret geht es bei HBM2 (inoffizielle Bezeichnung) zum einen um eine höhere Flexibilität bei der Anzahl der Speicherstacks – anstatt 4 oder 8 Speicherstacks können nun auch nur 1 oder 2 Speicherstacks genutzt werden, was HBM2-Speicher zukünftig auch für kleinere und mittlere Grafiklösungen (mit dementsprechend niedrigeren Bandbreite-Anforderungen) nutzvoll macht. Zudem geht der maximale Speichertakt auf bis zu 1000 MHz DDR hinauf – damit bietet die von der Nano/Fury-Karten bekannte Anordung mit 4 Speicherstacks und 4096 Bit DDR HBM-Speicherinterface nunmehr nicht mehr maximal 512 GB/sec Bandbreite, sondern gleich maximal 1024 GB/sec Bandbreite. Gleichzeitig werden damit auch die "kleineren" HBM-Ausführungen leistungsfähiger, die kleinste HBM2-Ausführung mit nur einem Speicherstack und 1024 Bit DDR HBM2-Speicherinterface käme somit auf immerhin 256 GB/sec Speicherbandbreite.

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Feature- und Modelldaten zum Carrizo-Refresh "Bristol Ridge" aufgetaucht

BenchLife zeigen Teile einer AMD-Präsentation zum Carrizo-Refresh "Bristol Ridge", welcher wie bekannt im Sommer 2016 diesesmal sowohl im Mobile- als auch im Desktop-Segment antreten soll. Hauptunterscheidungsmerkmal zur diesjährigen Carrizo-APU ist die Freischaltung des (auf dem Prozessoren-Die aber schon immer vorhandenen) DDR4-Speicherinterfaces.

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nVidia sieht langfristig Stromverbrauchsprobleme bei HBM-Speicher

Auf der Supercomputer-Konferenz SC15 hat nVidia neben genauen Angaben zur Rechenleistung von Pascal & Volta auch über zukünftig drohende Probleme mit der gerade erst in den Mark gekommenen Speichertechnologie "High Bandwith Memory" aka HBM geredet. Dies betrifft nicht den aktuellen HBM1-Standard oder den kommenden HBM2-Standard, aber dafür die danach folgenden weiteren HBM-Ausbaustufen. Denn bei jenen soll laut nVidia deren Strombedarf sehr schnell durch die Decke gehen, was HBM in kürzerer Zeit sehr ineffektiv werden lassen würde.

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Die-Shot zu AMDs Fiji-Chip aufgetaucht

Der Teaser eines Reports der Chipanalysten von Chipworks beinhaltet einen ersten Die-Shot zu AMDs Fiji-Grafikchip der Radeon R9 Nano/Fury Serie. Die wirklich hochauflösenden, aufbearbeiteten und dann entsprechend markierten Die-Shots wird es sicherlich nur im vollständigen aka kostenpflichtigen Report geben, so daß wir derzeit vorerst mit diesem einen Die-Shot leben müssen. Einige Chip-Bestandteile sind dabei schon halbwegs identifizierbar – insbesondere wenn man es mit dem (markierten) Die-Shot zum Tahiti-Chip von Radeon HD 7900 und R9 280 Serien vergleicht:

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Welche Speichermenge wird für ein heutiges PC-System benötigt?

Der TechSpot hat einen feinen Artikel aufgelegt, welcher sich mit der Frage beschäftigt, was eine größe Menge an Arbeitsspeicher bringt. Hierfür wurden unter Windows 10 verschiedene Tests mit 4 GB, 8 GB und 16 GB Speicherbestückung durchgeführt – mit durchaus interessanten Ergebnissen: Bei den Anwendungs-Benchmarks ist die Sache recht klar, 4 GB sind da schon rein von den Benchmarks her zu wenig. Nicht jedes Programm profitiert von 8 GB, aber dennoch ist eine ausreichende Anzahl, um 8 GB klar vorn zu sehen. Allerdings muß man sich auch darüber im klaren sein, daß einen wirklichen Vorteil (außer einer 0,2sec schnellerer Öffnungszeit von Excel) nur unter professioneller und semi-professioneller Software zu finden ist, meist Software aus dem Videobereich. Wer einfach nur eine Surfmaschine betreibt, kommt dagegen kaum an den Punkt, wo 8 GB einen meßbaren Vorteil gegenüber 4 GB bieten.

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DDR4-Speicher erreicht Preisparität zu DDR3-Speicher

Letzten Herbst zum Launch von Haswell-E musste man noch mit klar höheren Preisen für DDR4-Speicher leben – 30% mehr für gleich getakteten Speicher waren seinerzeit normal. Aber mit dem Launch von Skylake und damit dem Eindringen von DDR4-Speicher in den Massenmarkt hat sich dies nunmehr gravierend verbessert: Gut einen Monat nach Skylake-Launch kosten (gleich getaktete) DDR4-Module faktisch nicht mehr als DDR3-Module – bei den hoch getakteten Modulen ist DDR4-Speicher sogar erheblich günstiger, da es dort bei DDR3 in Grenzbereiche geht, welche DDR4 viel besser schultern kann:

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Micron bereitet GDDR5X als potentiellen HBM-Kontrahenten vor

Einige Informationen über die Weiterentwicklung von GDDR-Speicher seitens Speicherchip-Hersteller Micron ergeben sich aus einer Meldung seitens Tom's Hardware: So soll es nächstes Jahr GDDR5-Module mit bis zu 4000 MHz physikalischem Takt geben (derzeit schon vorliegend bei Hynix und Samsung) – dies soll dann aber auch der Endpunkt der Entwicklung von konventionellem GDDR5 sein. Als direkten Nachfolger hat Micron dann "GDDR5X" vorgesehen: Jenes erhöht den Prefetch von 8 auf 16, überträgt also doppelt so viel Daten pro Takt wie DDR3, DDR4 oder GDDR5. Auf Taktraten von 7000 MHz bis später maximal 8000 MHz kann damit die Speicherbandbreite gegenüber konventionellem GDDR5 glatt verdoppelt werden – zu allerdings einer geringfügig schwächeren Performance auf gleichem Takt, da der Trick des Prefetchings schlicht darin besteht, daß der Takt der reinen Speicherzellen gleich bleibt und nur das Interface des Speicherchips mit der höheren Taktrate läuft. Aufgrund der viel höheren erreichten Interface-Taktraten ergibt sich dennoch ein stattlicher Performancegewinn und wie gesagt die nominell doppelte Speicherbandbreite.

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HBM2-Speicher deutlich flexibler bei den Speichermengen und wahrscheinlich breit eingesetzt bei den 2016er Grafikchips

Ein gewisses Problem von HBM1-Speicher ist die nicht vorhandene Flexibilität bei den Speichermengen – zu einem bestimmten Speicherinterface passt immer nur eine bestimmte Speichermenge. Im Fall des Fiji-Chips von AMDs Radeon Fury/Nano Serie sind dies 4 GB HBM1-Speicher an einem 4096 Bit DDR HBM1-Speicherinterface. HBM2 wird diesbezüglich ein großer Fortschritt sein: Nicht nur werden doppelte Speichertaktraten (und damit eine doppelte Speicherbandbreite) möglich, sondern es kehrt auch eine gewisse Flexibilität bei den Speichergrößen ein: Ein 4096 Bit DDR HBM2-Speicherinterface kann laut früheren Informationen entweder 16 oder 32 GB HBM2-Speicher verwalten. Wie die ComputerBase in einer Meldung über den kommenden Produktionsstart von Samsungs HBM2-Speicher etwas unbemerkt anführen, geht die Speichermengen-Flexibilität von HBM2-Speicher aber sogar noch darüber hinaus:

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