Das chinesische XFastest (maschinelle Übersetzing ins Deutsche, via Videocardz) hat gestern kurzfristig für Verwirrung gesorgt mittels einer Intel Desktop-Prozessoren Roadmap für die Jahre 2018 und 2019, welche den Coffee-Lake-Refresh in Form der Core i-9000 Prozessoren-Serie erst für das erste Quartal 2019 einzeichnete. Diese Roadmap war augenscheinlich unaktuell und wurde umgehend durch eine neuere Roadmap ersetzt – welche zwar den gleichen Zeitraum (Q2/2018 bis Q2/2019) abdeckt, aber nun dennoch die aktuell bei Intel gehandelte Roadmap darstellen soll. Und laut jener kommt der Coffee-Lake-Refresh nun wieder im dritten Quartal des laufenden Jahres 2018 – zumindest in Teilen. Denn für dieses Jahr sind augenscheinlich nur die K-Modelle Core i5-9600K, Core i7-9700K und Core i9-9900K geplant, alles weitere soll dann in einer zweiten Welle tatsächlich erst im ersten Quartal 2019 folgen.
Aus dem chinesischen Forum Coolaler (derzeit dort schon nicht mehr zu finden, Kopie bei der ComputerBase) und von einem bekannten Leaker kommen recht detaillierte Angaben zu den K-Modellen von Intels kommender Coffee-Lake-Refresh-Generation. Darunter sind Daten zum Core i5-9600K, welche bis auf eine minimale Differenz (+100 MHz maximaler Turbo-Takt) sehr gut zu den bisher bekannten Informationen passen, welche von Intel selber stammen. Regelrecht neu sind dagegen die Angaben zum Core i7-9700K und Core i9-9900K – die Existenz dieser Prozessoren-Modelle war mehr oder weniger klar, aber es fehlten bislang noch jegliche technische Daten. Jene liegen nun in Form von Taktrate und Kern-Anzahl vor – und ergeben eine gewisse Überraschung: Der Core i7-9700K wird kein Sechskerner mit HyperThreading, wie noch sein direkter Vorgänger in der originalen Coffee-Lake-Generation, sondern vielmehr ein Achtkerner ohne HyperThreading:
| bis Skylake | Kaby Lake | Coffee Lake | CFL Refresh | |
|---|---|---|---|---|
| Core i9 | - | - | - | 8C +HT |
| Core i7 | 4C +HT | 4C +HT | 6C +HT | 8C |
| Core i5 | 4C | 4C | 6C | 6C |
| Core i3 | 2C +HT | 2C +HT | 4C | 4C |
| Pentium | 2C | 2C +HT | 2C +HT | 2C +HT (?) |
| Celeron | 2C | 2C | 2C | 2C (?) |
Aus Fernost kommend, breitet sich derzeit eine ziemlich umfangreiche Intel Prozessoren-Roadmap für die Jahre 2018-2020 im Internet aus. Aufgrund der undurchsichtigen Quellenlage wird jene Roadmap dabei schon einmal für bare Münze genommen – allerdings stammt jene "nur" vom Twitter-User Dayman58, stellt dessen persönliche Meinung bzw. Kenntnisstand dar und hat damit einen rein inoffiziellen Status als eigen-kreiierte Roadmap. Die Informationen auf der zu sehenden Roadmap dürften teilweise durch offizielle Intel-Informationen abgedeckt sein, eventuell hat der Twitter-User auch eine echte Intel-Roadmap sehen dürfen (und darf jene nur nicht direkt verbreiten). In jedem Fall beinhaltet diese inoffizielle Roadmap allerdings auch Informationen von bekannten Gerüchte-Webseiten, muß demzufolge also keineswegs in jedem Punkt korrekt sein (sondern könnte potentiell sogar maßgeblich danebenliegen). Nichtsdestotrotz ergeben sich mit dieser Ausarbeitungen einige interessante Anregungen zum weiteren Verlauf bei Intel:
Mit dem Vorliegen erster Testberichte zum Core i7-8086K "Limited Edition" lohnt es sich, dessen Performance noch einmal exakt einzuordnen – und die bisherigen Abschätzungen zum Launchtag somit durch etwas solideres zu ersetzen. Unter anderem bei AnandTech, ComputerBase, Hardware.info dem Tech Report und Tom's Hardware hat man sich eingehend mit dem Core i7-8086K beschäftigt und dabei auch entsprechende (umfangreiche) Benchmarks aufgestellt. Jene kommen allerdings zu einem enttäuschenden Ergebnis: Der Core i7-8086K ist unter Anwendungen kaum schneller als der Core i7-8700K – trotz 300 MHz mehr Base- und maximalem Turbo-Takt, was einem (nominellen) Taktratengewinn von immerhin +7% entspricht. Auch im Spiele-Bereich sind die Zugewinne unterdurchschnittlich – in beiden Fällen ist der Core i7-8086K im Schnitt der Messungen gerade einmal ein mickriges Prozent schneller als der Core i7-8700K ... zum Artikel.
Videocardz haben noch einmal nachgelegt und in einer weiteren Intel-Dokumentation die technischen Daten zur eben erst vermeldeten 9. Core-Generation entdeckt. Hiermit werden leider erst einmal nur die kleineren Modelle Core i3-9000 & -9100 (Vierkerner) sowie Core i5-9400, -9500, -9600 & -9600K (Sechskerner) abgedeckt, Daten zu den eigentlich spannenderen Core i7 & i9 Modellen gibt es derzeit leider noch nicht. Jene kleineren Modelle der Core iX-9000 Prozessoren-Serie lassen dagegen mit den vorliegenden Daten schon sehr gut einordnen – und zeigen jedoch nur geringe bis geringstmögliche Taktratensprünge von 100-200 MHz an. Damit wird es Intel natürlich nochmals schwerer haben, diese Refresh-Generation rechtzufertigen – denn allein für die kommenden Coffee-Lake-Achtkerner hätte es genauso gut auch ausgereicht, jene als "Core i7-8800/K" in die bestehende 8. Core-Generation einzuordnen.
| Core iX-8000 | Core iX-9000 | Differenz Basetakt | Differenz Turbotakt | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Core i5-8600K | → | Core i5-9600K | = | +100 MHz Base | +200 MHz max. Turbo |
| Core i5-8600 | → | Core i5-9600 | = | identisch | +200 MHz max. Turbo |
| Core i5-8500 | → | Core i5-9500 | = | identisch | +200 MHz max. Turbo |
| Core i5-8400 | → | Core i5-9400 | = | +100 MHz Base | +100 MHz max. Turbo |
| Core i3-8100 | → | Core i3-9100 | = | +100 MHz Base | Turbo nicht vorhanden |
| Core i3-8000 | → | Core i3-9000 | = | +100 MHz Base | Turbo nicht vorhanden |
Bei Videocardz hat man in einem offiziellen Intel-Dokument die Namensnennung verschiedener neuer Intel-Prozessoren erspäht, was in dieser Form klar auf das kommende Erscheinen einer kompletten Core iX-9000 Prozessoren-Serie (sprich der 9. Core-Generation) auf Basis von Coffee Lake hindeutet. Konkret notiert werden die Prozessoren-Modelle Core i3-9000 & -9100 (Basis Coffee Lake Vierkern-Die) sowie Core i5-9400, -9500, -9600 & -9600K (Basis Coffee Lake Sechskern-Die). Da die bisherigen Coffee-Lake-Modelle genauso an derselben Stelle notiert werden, ist hierbei auch ein einfacher Schreib- und Gedankenfehler eher auszuschließen. Das ganze kommt leicht überraschend, auch wenn sich diese Entwicklung kürzlich doch schon andeutete. Dennoch war früher immer "nur" ein Aufsatz auf das bisherige Produkt-Portfolio in Form zweier Achtkern-Modelle im Gespräch, nicht jedoch ein komplett neues Produkt-Portfolio (gerade nicht ohne neuen Codenamen).
| Portfolio-Schema I (konventionell) | ||
|---|---|---|
| Core i9 | 8C +HT | 9900 & 9900K |
| Core i7 | 6C +HT | 9700 & 9700K |
| Core i5 | 6C | 9400, 9500, 9600 & 9600K |
| Core i3 | 4C | 9000 & 9100 |
| Portfolio-Schema II (progressiv) | ||
|---|---|---|
| Core i7 | 8C +HT | 9700 & 9700K |
| Core i5 | 6C +HT | 9400, 9500, 9600 & 9600K |
| Core i3 | 4C +HT | 9000 & 9100 |
Eine Meldung über den Treibersupport von PCI Express 4.0 bei AMDs Vega-20-Chip seitens der ComputerBase bringt das Thema "PCI Express 4.0" mal wieder hoch – nachdem nun schon seit einigen Jahren darüber geredet wird, bislang aber nicht viel in dieser Frage passiert ist. Zwar liegt (nun endlich) seit Oktober 2017 eine finale Spezifikation vor, aber die entsprechenden Roadmaps der Chipentwickler bedingen eine langjährige Vorausplanung, womit eine schnelle Adaption des neuen Standards kaum machbar ist. Nur speziell bei Vega 20 stand der Support für PCI Express 4.0 schon lange auf dem Programm, selbige weitsichtige Vorausplanung gilt auch für AMDs zweite Epyc-Generation "Rome" auf Zen-2-Basis im Jahr 2019. Bei den anderen beiden wichtigen Chipentwicklern gibt es dagegen noch keinerlei belastbare Aussagen zum Thema PCI Express 4.0 – das Feature stand augenscheinlich mal für Skylake-X/SP auf dem Programm, wurde jedoch mangels finalisierter Spezifikation dann doch nicht realisiert.
| 2018 | 2019 | 2020 | |
|---|---|---|---|
| AMD-Prozessoren | Threadripper II: ziemlich sicher nicht | Picasso: ziemlich sicher nicht Epyc II ("Rome", Zen 2): bestätigt PCIe 4.0 Threadripper III (Zen 2): gute Chance auf PCIe 4.0 Ryzen III (Zen 2): unsicher, aber mit Chance auf PCIe 4.0 |
Zen 3: ziemlich sicher mit PCIe 4.0 |
| Intel-Prozessoren | Coffee Lake 8C-Die: ziemlich sicher nicht Cascade Lake: ziemlich sicher nicht |
Ice Lake: möglich, aber nicht besonders wahrscheinlich | Ice-Lake-X/SP: gute Chance auf PCIe 4.0 Tiger Lake: gute Chance auf PCIe 4.0 |
| AMD-Grafikkarten | Vega 20: bestätigt PCIe 4.0 | Navi: unsicher, aber mit Chance auf PCIe 4.0 | NextGen: ziemlich sicher mit PCIe 4.0 |
| nVidia-Grafikkarten | Turing: recht unwahrscheinlich | Ampere (HPC): ziemlich sicher mit PCIe 4.0 | NextGen: ziemlich sicher mit PCIe 4.0 |
| Die Angaben dieser Tabelle sind natürlich größtenteils ungesichert. | |||
Im Nachgang zum Launch von AMDs Ryzen 2000 fragte eine Umfrage von Ende Mai an dieser Stelle nach der insgesamt besseren Gaming-CPU: Die Sechskerner von Intels Coffee Lake – oder die Sechs- und Achtkerner von AMDs Ryzen 2000? Zu diesem Zeitpunkt waren auch schon die aktualisierten Werte zur Spiele-Performance bekannt, welche für Ryzen 2000 weiterhin einen (wenn auch geringer gewordenen) Rückstand zu Intel aufzeigen. Dennoch geht die genannte Umfrage ziemlich gut für AMD aus: Intel hat zwar insgesamt mit 41,8% zu 33,9% einen gewissen Vorteil (während 24,3% der Umfrageteilnehmer insgesamt keinen Unterschied sehen), aber jene Differenz ist auch nicht weltbewegend groß, das Pendel schwingt demzufolge nur leicht in Richtung Intel.
Das japanische PC Watch (maschinelle Übersetzung ins Deutsche, via ComputerBase) bringt interessante Informationen zum weiteren Werdegang Intels im HighEnd- und HEDT-Segment. Wie der japanische Autor allerdings vorab notiert, weichen diese Angaben teilweise von der Intel-Roadmap ab, basieren primär auf Stimmen aus der Herstellerindustrie und aber auch eigenen Vermutungen & Auslegungen seitens PC Watch, müssen demzufolge also auch nicht 100%ig stimmen. Was sicherlich in der einen oder anderen Form so zutreffen wird, ist der Release der Coffee-Lake-basierten Achtkern-Prozessoren für das "normale" Consumer-Segment in diesem Herbst, von PC Watch mit dem September 2018 genauer eingekreist. Dies ist minimal früher als zuletzt vermeldet, aber um einen Monat kann man sich bei diesen Vorab-Angaben immer mal vertun, Intel könnte ja auch Termine noch verlegt haben.
| Kerne | Takt | unl. | L2+L3 | Speicher | Grafik | TDP | Liste | Release | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Core i7-8800K | 8C +HT | ? | ✓ | 2+16 MB | 2Ch. DDR4/? | ? | 95W | ? | Sept. 2018 | |
| Core i7-8800 | 8C +HT | ? | ✗ | 2+16 MB | 2Ch. DDR4/? | ? | 80W | ? | Sept. 2018 | |
| Core i7-8086K | 6C +HT | 4.0/5.0 GHz | ✓ | 1.5+12 MB | 2Ch. DDR4/2666 | UHD 630 (24EU @ 350/1200 MHz) | 95W | 425$ | 8. Juni 2018 | |
| Core i7-8700K | 6C +HT | 3.7/4.7 GHz | ✓ | 1.5+12 MB | 2Ch. DDR4/2666 | UHD 630 (24EU @ 350/1200 MHz) | 95W | 359$ | 5. Okt. 2017 | |
| Core i7-8700 | 6C +HT | 3.2/4.6 GHz | ✗ | 1.5+12 MB | 2Ch. DDR4/2666 | UHD 630 (24EU @ 350/1200 MHz) | 65W | 303$ | 5. Okt. 2017 | |
| Core i5-8600K | 6C | 3.6/4.3 GHz | ✓ | 1.5+9 MB | 2Ch. DDR4/2666 | UHD 630 (24EU @ 350/1150 MHz) | 95W | 257$ | 5. Okt. 2017 | |
| Core i5-8600 | 6C | 3.1/4.3 GHz | ✗ | 1.5+9 MB | 2Ch. DDR4/2666 | UHD 630 (24EU @ 350/1150 MHz) | 65W | 213$ | 3. April 2018 | |
| Core i5-8500 | 6C | 3.0/4.1 GHz | ✗ | 1.5+9 MB | 2Ch. DDR4/2666 | UHD 630 (24EU @ 350/1100 MHz) | 65W | 192$ | 3. April 2018 | |
| Core i5-8400 | 6C | 2.8/4.0 GHz | ✗ | 1.5+9 MB | 2Ch. DDR4/2666 | UHD 630 (23EU @ 350/1050 MHz) | 65W | 182$ | 5. Okt. 2017 | |
| Alle Coffee-Lake-Prozessoren laufen ausschließlich auf Mainboards von Intels 300er Chipsatz-Serie. Die Achtkern-Modelle laufen als Ausnahme nicht auf Z370-Mainboards. | ||||||||||
Neben dem Core i7-8086K war Intels Hauptthema auf der Computex 2018 der Teaser für die kommenden 28-Kern-Prozessoren im Rahmen des Skylake-X-Nachfolgers "Cascade Lake" – von Intel mittels einer Cinebench-Demonstation auf einer Taktrate von gleich 5 GHz medial bestmöglich unterstützt. Da es dazu (sicherlich bewußt) erst einmal keine weiteren Informationen gab, war natürlich das Feld für Spekulationen und sensationelle Schlagzeilen à "28-Kern-CPU mit 5 GHz" bereitet. Doch dies dürfte wohl nicht derart passieren, jedenfalls nicht in dieser Kombination. Jene Taktrate ensprang sowieso nur einer reinen Demonstration und sollte damit keineswegs mit einem Taktraten-Versprechen für Serien-Modelle verwechselt werden. Die 28 CPU-Kerne sind – ohne Beachtung des Marktsegments – dagegen erst einmal nur eine Wiederholung dessen, was Skylake-X/SP im Server-Segment schon letztes Jahr geboten hatte. Interessant wird die Sache erst, sofern Intel diese gewaltige Hardware dann auch im Desktop-Segment bei seinen HEDT/Enthusiasten-Modellen anbieten würde.
